Aktuelles > News/Pressemeldungen > Signale von Körper und Seele deuten: Fortbildung der Diakonie in der Krankenpflegeschule des Weimarer Klinikums

Freudige Gesichter nach der Weiterbildung „Diakonie Care“: Die Teilnehmerinnen mit Oberin Rosmarie Grunert (rechts) sowie den Trainerinnen Gabriele Kuhnt (vordere Reihe links) und Christa Klemm (hintere Reihe, 2. von rechts)
Foto: Doreen Fritsch-Päsel

Eines ist gewiss: Pflegekräfte arbeiten mit großem Einsatz und übernehmen ein vielfältiges Aufgabengebiet. So sind sie etwa Bezugsperson ihrer Pflegebedürftigen, leisten Unterstützung für den ärztlichen Dienst und stehen den Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei sind sie in ihrer täglichen Arbeit hohen körperlichen und seelischen Anforderungen ausgesetzt.
Damit Beschäftigte in der Pflege gesund bleiben und ihren Beruf lange und gerne ausüben können, hat der Diakonie Bundesverband eine Fortbildung zur Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt und zertifiziert. Die Veranstaltung wurde unter der Regie von Oberin Rosmarie Grunert am Sophien- und Hufeland-Klinikum umgesetzt.

 

An der Fortbildung unter dem Titel „DiakonieCare: Geistesgegenwärtig Pflegen!“ haben sich 22 Pflegekräfte aus dem Weimarer Klinikum und der Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein  beteiligt. Die Veranstaltung bestand aus sechs Modulen, in denen die Referentinnen Gabriele Kuhnt und Christa Klemm verschiedene Methoden zur Gesundheitsförderung und Selbstfürsorge vermittelt haben. Auch spirituelle Ansätze wurden durch die beiden Schwestern des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf vorgestellt. Dabei bildete die Arbeit in kleinen Gruppen einen Großteil der Fortbildung: Zunächst wurden den Teilnehmerinnen theoretische Inhalte vermittelt, die sie anfangs eigenständig reflektiert und im Anschluss mit zwei bis drei weiteren Personen erörtert haben. Die Pflegekräfte haben dabei unter anderem erfahren, wie sie die Signale ihrer Seele und ihres Körpers deuten und verstehen, in kritischen Situationen innehalten und mit Leid oder Brüchen im Leben umgehen können. Einen Schwerpunkt bildete auch der Themenblock „In Beziehungen arbeiten“, in dem die gelingende Kommunikation am Arbeitsplatz und das Thema Verzeihen im Fokus standen. Da die Pflegenden im Krankenhaus oder in der stationären ambulanten Altenhilfe tätig sind, ergab sich so ein Austausch, der die verschiedenen Facetten des Pflegeberufs beleuchtete.  

 


„In der Weiterbildung haben wir gelernt, unsere Stärken und Schwächen noch besser einzuschätzen“, berichtet Katrin Traut, die als Lehrerin der Krankenpflegeschule an der Fortbildung teilgenommen hat. Sie erklärt: „Die Erfahrungen in der Arbeitswelt wirken sich häufig auf den privaten Bereich aus – etwa wenn Pflegekräfte mit Schicksalsschlägen konfrontiert werden. Die Weiterbildung hat den Teilnehmerinnen eine Möglichkeit geboten, sich zu öffnen und Entspannungstechniken zu  lernen, die man als Lösungsstrategien für Alltag und Beruf nutzen kann.“
Diese positive Einschätzung teilten auch die anderen Mitstreiter, die ihre Gedanken in einer Evaluation notiert  haben.  So schrieb eine Teilnehmerin: „Ich habe gelernt, sehr viel deutlicher zu kommunizieren und nachzufragen, ob ich verstanden werde. Außerdem setze ich bewusster Grenzen.“ Auf die Frage, inwiefern sich die Weiterbildung auf ihren Berufsalltag ausgewirkt hat, antworteten die Pflegekräfte unter anderem: „Wenn ich mich einmal ärgere möchte ich mir künftig überlegen, ob sich das wirklich lohnt“, „Es fällt mir leichter, Verbesserungsvorschläge einzubringen“ oder „Ich möchte jetzt auch einmal an mich denken“.

Aufgrund der außerordentlich positiven Resonanz von Teilnehmern und Veranstaltern ist geplant, in der Zukunft eine weitere Fortbildung anzubieten.

Medizinische Hilfe am Himalaya: Weimarer Klinikärzte engagieren sich in nepalesischem Krankenhaus  [04.12.2019]

Fast 8.000 Kilometer sind es von Weimar bis in die nepalesische Kleinstadt Dhulikhel. Doch wenn es darum geht, den Menschen vor Ort zu helfen, spielt diese Entfernung für Dr. Stefan Völker und seine Unterstützer keine Rolle. Denn das Land am Himalaya zählt zu den ärmsten der Welt und ist auf Unterstützung angewiesen. Um ihre Familien ernähren zu können, arbeiten viele junge Männer im Ausland, ein Großteil der Bevölkerung lebt in der schwer zugänglichen Bergregion von der Landwirtschaft. Neben einer medizinischen Versorgung fehlt es vor allem in ländlichen Gebieten an der notwenigen Infrastruktur. So sind die Straßen nach der Regenzeit oft durch Schlammrutsche verschüttet. Dadurch dauert es mehrere Tage, bis kranke Menschen eine medizinische Einrichtung erreichen, häufig werden sie von ihren Angehörigen getragen.

Um hier Unterstützung zu leisten, hat Dr. Völker, der am Sophien- und Hufeland-Klinikum und im Medizinischen Versorgungszentrum als Chirurg tätig ist, vor elf Jahren das Projekt „Netz für Nepal“ gegründet und vor kurzem seine zehnte Reise zum Partnerkrankenhaus in Dhulikhel unternommen. Dabei wurde er von seinen Kolleginnen aus der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Oberärztin Dr. Cathleen Heinemann und Assistenzärztin Dr. Klaudia Riedel, begleitet.

Das Weimarer Ärzte-Team hat vor Ort zahlreiche Sachspenden übergeben, die dem „Netz für Nepal“ zur Verfügung gestellt wurden. Dazu zählten ein komplettes Instrumentarium für gynäkologische Operationen und dringend benötigte Verbrauchsmaterialien wie Kompressen oder Nahtmaterial für den OP-Betrieb.
Im Fokus der Reise stand der erste Laparoskopiekurs für Gynäkologen – einer minimal-invasiven OP-Methode: „Als die nepalesischen Kollegen vor einem Jahr bei uns in Weimar hospitiert haben, äußerten sie den Wunsch nach einem Workshop in ihrem Krankenhaus, den wir jetzt angeboten haben. Daran haben sich 16 Ärzte beteiligt, die nach einer theoretischen Einführung unermüdlich an Laparoskopietrainern geübt, präpariert und genäht haben. Wir haben auch gemeinsam operiert. Wenn wir das nächste Mal vor Ort sind, möchten die Kollegen gerne einen weiteren Kurs mit uns absolvieren“, berichtet Dr. Cathleen Heinemann.

Die Gynäkologie nimmt am nepalesischen Klinikum einen hohen Stellenwert ein. So werden dort pro Jahr rund 3.000 Geburten verzeichnet – fast dreimal so viele wie am Weimarer Klinikum, das zu den größten Geburtskliniken Thüringens zählt. Fast 50 Prozent aller Geburten in Nepal finden zu Hause statt. Um diese hohe Rate zu senken, ermöglicht das Dhulikel Hospital den Frauen einen kostenlosen Aufenthalt zur Entbindung und die Tage danach in einem speziellen Mutter-Kind-Zentrum. Aufgrund der hohen Qualifikation der gynäkologischen Chefärztin und ihres Teams nehmen Patientinnen  einen weiten Weg auf sich und reisen für einen minimal-invasiven Eingriff auch aus der Hauptstadt Kathmandu an.

Für Dr. Heinemann waren die Eindrücke, die sie während ihrer ersten Nepal-Reise gesammelt hat, sehr bewegend: „Mich hat sehr beeindruckt, wie freundlich und zufrieden die Menschen mit dem Wenigen sind, was sie haben. In der Klinik sind alle Patienten absolut geduldig und froh, behandelt zu werden, weil medizinische Leistungen keinesfalls selbstverständlich sind.“ Dr. Völker ergänzt: „Die Kollegen in Nepal haben ein hohes Ausbildungsniveau. Aber sie können es nur anwenden, wenn die notwendigen medizinischen Geräte vorhanden sind.“ Um möglichst effektiv die Weichen für eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe stellen zu können, sammelt er permanent Spenden für medizinische Geräte und Instrumente, organisiert die Hilfstransporte und unterstützt die nepalesischen Ärzte mit medizinischem Know-how. 

Weitere Informationen zum Projekt und zum Spendenkonto:
www.netz-fuer-nepal.de

  
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  10.08.2020 - 13:33 Uhr Klinikum Weimar bei Twitter     
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